Jede Leobener Familie soll die Wahlmöglichkeit haben
In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats brachte die ÖVP Leoben unter der Führung von Vizebürgermeister Reinhard Lerchbammer einen Dringlichkeitsantrag ein, um die Sommerbetreuungsangebote für Kinder im Kindergarten- und Krippenalter zu erweitern. Trotz der offensichtlichen Bedürfnisse vieler Familien wurde der Antrag von der Mehrheitspartei SPÖ, vertreten durch Stadtrat Johannes Gsaxner, abgelehnt.
Gsaxner betonte, dass ausreichend Betreuungsplätze in den Sommermonaten vorhanden seien, um den Bedarf zu decken. Vizebürgermeister Lerchbammer widerspricht dieser Darstellung: „Im Stadtrat stellte ich zum Thema Sommerbetreuungsplätze eine Anfrage, aus der hervorging, dass es sich auch heuer wieder um dieselbe Anzahl an Gruppen wie im Vorjahr handelt. Im Vorjahr konnten wir den Bedarf nicht decken. Ich bin doch etwas irritiert, dass heuer deshalb die gleiche Anzahl ausreichend sein sollte. Wir fordern Transparenz und eine offene Diskussion über die tatsächliche Verfügbarkeit von Plätzen.“
Zusätzlich gibt es Hürden für Familien, die ihre Kinder erstmals zur Sommerbetreuung anmelden möchten oder bisher private Einrichtungen besucht haben. Diese gilt es abzubauen. Bei einer erstmaligen Anmeldung für die Sommermonate droht eine Ablehnung, laut Stadtmagazin (April 2024, S. 40). Jene Familien, die ihre Kinder in einer privaten Betreuungseinrichtung eingeschrieben haben und für den Sommer noch einen Platz benötigen, stehen vor dem Problem, dass sie persönlich innerhalb einer Woche zahlreiche Dokumente vorlegen müssen, einschließlich Arbeitsbestätigungen und dem Nachweis des bisherigen Betreuungsverhältnisses.
„Es ist unverständlich, warum wir Familien, die erstmalig oder wiederholt auf kommunale Betreuungsangebote angewiesen sind, durch bürokratische Hürden entmutigen“, erklärt Vizebürgermeister Lerchbammer. „Jede Familie in Leoben sollte die Möglichkeit auf Betreuung haben, unabhängig von ihrer bisherigen Betreuungsgeschichte.“
Die ÖVP Leoben bittet betroffene Eltern und Familien, die keinen Betreuungsplatz erhalten haben, sich zu melden. „Nur durch Ihre Meldungen können wir die tatsächliche Situation darlegen, um die notwendigen Änderungen herbeizuführen“, so Lerchbammer.